Hochtemperaturverzinkung bei Lehmann für höchste Ansprüche

Im Berliner Werk von Lehmann werden Bauteile im Hochtemperaturverfahren verzinkt. Der keramisch beheizte Kessel sorgt für eine besonders dünnflüssige Schmelze und gleichmäßige Zinkschichten.

Wie Präzision entsteht
In der Berliner Verzinkerei ist der Ablauf klar erkennbar: Bauteile hängen am Hallenkran, langsam gleiten sie in das flüssige Zinkbad. Bei Temperaturen zwischen 560 und 620 °C verändert das Zink seine Eigenschaften. Es wird dünnflüssiger, läuft sauberer ab und bildet eine besonders homogene Schicht. Diese feine Steuerung ist der entscheidende Unterschied zur klassischen Feuerverzinkung.
Die Vorteile zeigen sich auf den ersten Blick. Oberflächen sind glatt, frei von Zinknasen oder Aufhäufungen. Gewinde bleiben sauber, Schweißnähte wachsen nicht unkontrolliert zu. Selbst Seriennummern oder Markierungen, die für die Nachverfolgbarkeit wichtig sind, bleiben sichtbar. Diese Eigenschaften machen die Hochtemperaturverzinkung besonders interessant für Branchen, in denen Genauigkeit zählt – etwa die Automobilindustrie, der Bahnbau oder die Energieinfrastruktur.
Gleichzeitig verbessert sich das Verhalten in der Montage. Schrauben greifen definierter, Bauteile setzen sich leichter und gleichmäßiger. Nacharbeiten wie Schleifen oder Strahlen entfallen häufig. Wer in Serienmaß fertigt oder komplexe Baugruppen verbaut, gewinnt damit wertvolle Zeit und Prozesssicherheit.
Perfekte Grundlage für Mehrschichtsysteme
Ein weiterer Pluspunkt ist die Qualität der Oberfläche. Durch die gleichmäßige Schichtstruktur bietet HTV die ideale Grundlage für eine anschließende Pulverbeschichtung im Duplex-System. Die Beschichtung haftet besser, das Endprodukt vereint den robusten Korrosionsschutz des Zinks mit der optischen und funktionalen Aufwertung einer Pulverlackierung.


Technik, Dimensionen und Einsatzfelder
Der Hochtemperaturverzinkungskessel am Standort Berlin misst 3,00 m × 1,00 m × 2,00 m. Damit lassen sich auch großformatige Bauteile zuverlässig behandeln. Die Prozesse laufen bleifrei und die Produkte verlassen das Werk frei von Öl- oder Fettrückständen.
Die Anwendungsfelder sind vielfältig: In der Automotive-Branche geht es um Fahrwerkskonstruktionen oder Streben, bei denen jede Toleranz zählt. Bauartikel wie Systemschienen oder Stangen profitieren von der gleichmäßigen Schichtbildung. Bahnkomponenten wie Weichen oder Steckverbindungen müssen dauerhaft zuverlässig sein, auch bei wechselnden Belastungen. In der Energieinfrastruktur schließlich sichern Ankerschienen und Schlitzbrückenrohre die Stabilität von Netzen, Brücken oder Anlagen.
Lehmann arbeitet in Berlin nach den international anerkannten Normen. Grundlage ist die DIN EN ISO 1461, ergänzt durch die DASt-Richtlinie 022 für tragende Bauteile und die DASt-Richtlinie 027 für den vorbeugenden Brandschutz. Damit ist sichergestellt, dass alle Bauteile auch im sicherheitsrelevanten Einsatz den geltenden Anforderungen entsprechen.
Von der Planung bis zur Logistik
Die Arbeit in Berlin umfasst weit mehr als das reine Verzinken. Bereits in der Entwicklungsphase beraten die Fachleute von Lehmann beim verzinkungsgerechten Konstruieren. Vorserien können optimiert, Serienproduktionen geplant und Qualitätssicherungen wie Klimawechseltests durchgeführt werden.
Hinzu kommen Services, die Kunden die Arbeit erleichtern: Endmontagen von Bauteilen, Verpackungs- und Lagerlösungen, ein Express-Service für dringende Aufträge und die Organisation von Transporten bis direkt auf die Baustelle. Damit versteht sich Lehmann Galvanizing als Partner, der Verantwortung für den gesamten Prozess übernimmt – von der Planung über die Fertigung bis zur Logistik.
Die Vorteile in der Praxis
Homogene Oberflächen, präzise Maßhaltigkeit und weniger Nacharbeit sind die sichtbarsten Vorteile. Für die Kunden bedeutet das eine spürbare Entlastung: Bauteile lassen sich schneller montieren, Qualität bleibt über Jahre erhalten, und selbst anspruchsvolle Geometrien sind zuverlässig geschützt.
Unsere Erfahrung zeigt: Präzision entscheidet über Vertrauen. Wir bei Lehmann setzen die Hochtemperaturverzinkung ein, um Bauteilen jene Genauigkeit zu verleihen, die Montage vereinfacht und Lebensdauer sichert. So entstehen Lösungen, die in Automotive, Bahn oder Energieversorgung höchsten Anforderungen gerecht werden.
